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| Usedom erfolgreich umrundet |  | | Usedom erfolgreich umrundet 1995 umrundete eine Mannschaft vom Deutschen Ruderverein Hadersleben die Insel Rügen. In diesem Jahr umrundeten 15 Teilnehmer vom NRV und zwei Gäste aus Berlin und Köln die Insel Usedom erfolgreich. Obwohl das Wetter gar nicht so gut war, hatte Fahrtenleiterin An-gelika Feigel eine glückliche Hand mit dem Termin und einen guten Draht zum Wettergott. Meistens hatten wir Schiebewind oder leichten Gegenwind. Die Fahrt führte uns von Anklam 10 km auf der Peene, dann mit Rückenwind nach Wolgast, wo die Boote nach 40 Ruderkilo-metern beim dortigen Ruderverein gelagert wurden. Nur mit der Kommunikation zum dorti-gen Verein hatte es trotz persönlicher Anmeldung nicht so ganz geklappt und so sahen Rude-rinnen und Ruderer sich plötzlich hinter einem zwei Meter hohen Zaun gefangen. Aber m,it vereinter Hilfe gelang es schließlich alle Teilnehmer darüber zu hieven ( einigen konnten es auch selbst). Am nächsten Morgen aber war das Tor offen, dafür aber schlechtes Wetter, kräftiger Wind und am Himmel schwarze dicke Regenwolken. Erste Station Peene-münde. Der Wind war stärker geworden und der Regen prasselte auf uns hernieder. Im Y-achtclub fanden wir Unterschlupf, und Beratungen wurden angestellt, die Fahrt abzubrechen und stattdessen Museumsbesuch durchzuführen. Segler warnten uns vor hohen Wellen. Aber nach einer Stunde schien der Wind etwas nachzulassen und so beschlossen wir, weiterzufah-ren. Und es ging auch an der Inselspitze hatten wir den Wind wieder im Rücken, einziges Problem wir mussten ein Sperrgebiet umfahren, indem Munitionsreste und Wracks vom 2. Weltkrieg lagen, das bedeutete zwei- drei Kilometer Abstand vom Land. Aber mit dem Rü-ckenwind war auch das zu schaffen, eine gewaltige Regenbö konnten wir im Schutze der Insel Ruden abwarten. Nur ein Boot war schonweit voraus und wurde dann auch prompt von der Küstenwache gestoppt. Aber nach einem Gespräch über unsere Absichten, nach der Festel-lung dass wir Rettungswesten mitführten und nur das Sperrgebiet umfahren wollten und nicht Kurs auf Schweden hatten, ließ man uns weiterrudern. Der Regen hörte auf, der Wind legte sich und so erreichten wir mit kaum Wasser im boot den Strand von Karlhagen. Nach einer wohlverdienten verspäteten Mittagspause wurde noch bis Zinnowitz gerudert immer im Windschatten von Usedom. Bei einer Segelschule am Strand wurde die Boote gelagert und alle Kleinteile eingeschlossen, denn die Besitzer der Segelschule gingen Nachts Strandwache, denn öfters hatten Jugendliche Brennbares fürs Lagerfeuer eingesammelt. Wir fahren in unser Hotel inder Stadt Usedom auf Usedom. Nun wir fanden unsere Boote am nächsten Morgen unversehrt vor und nun ging es am 40 km langen Sandstrand zunächst an den Bernsteinbä-dern, Zempin, Koserow Loddin und Ückeritz ins Kaiserbad Bansin, wo wir an der langen Seebrücke an Land gingen. Es wehte leichter Gegenwind und Sprühregen nur 15 Grad so wurde aus dem geplanten Strandaufenthalt ein Besuch im Cafe bei heißer Schokolade oder Grog . Weiter ging es an den Kaiserbädern Heringsdorf und Ahlbeck, von denen wir wegen des stärkeren Regens kaum etwas sahen auf die Mole von Swinemünde zu. Heftiger Regen begleitete uns, Auf der Mole hatte ein Pressefotograf ,den Angelika vorher kontaktet hatte Aufstellung genommen und so konnten wir am folgenden Tag in der Inselzeitung und im An-zeigenkurier lesen „Ruderer kämpfen sich bei Regen um die Insel“ An der Kontrollstelle vorm Hafen werden wir vom polnischen Zollbeamten gestoppt, nötige Dokumente um den Hafen zu durchfahren können wir nicht vorweisen, aber der Regen wurde so stark, dass sie auf weitere Diskussionen mit uns verzichten und sich schnell wieder ins Trockene zurückzie-hen. Pudelnass landen wir in der Marian an und zahlen 35 Euro um unsere Boote eine Nacht auf den Rasen zu legen. Quartierwechsel, wir wohnen in Kaminke, einem Ort mit 250 Ein-wohnern fast am Ende der Welt wie wir finden. Am nächsten Morgen strahlender Sonnen-schein, immer noch ohne Dokumente durchfahren wir den Hafern, den Kanal Mielinski und die Kaiserfahrt, ein weiterer Kanal, der die Inseln Usedom und die polnische Insel Wollin trennen. Mittagspause in Kaminke und nach einigen Ruderstunden laufen wir im Hafen von Usedom ein. Dort empfängt uns nach 50 Ruderkilometern unser Wirtspaar mit einem Use-dommer Kräuterschnaps. Die letzen drei Tage wohnen wir wieder in Usedom, bekommen am Abend eine Stadtführung besichtigen das Anklamer Tor, die Marienkirche und den Schloss-berg auf dem sich ein Denkmal befindet, dass an die durch Otto von Bamberg 1128 durchge-führte Reformation erinnert. Besuchen am nächsten Abend eine Aufführung der Hafenbühne auf der das Stück „Adam und Eva „ aufgeführt wird, dass an die Zeiten der DDR anspielt. Fünfter Rudertag führt uns von Usedom an der in den letzten Tagen des Krieges von deut-schen Truppen gesprengten Eisenbahnhubbrücke von Karnin vorbei., damals konnte man per Zug in sehr kurzer Zeit von Berlin nach Usedom gelangen. Heute dauert die Fahrt doppelt so lange. Wir erreichen die Brücke von Zecherin und trinkrn im dortigen Cafe ein Bier auf den Erfolg: Usedom ist umrundet. Aber lange halten wir uns nicht auf, wir wollen noch einige Kilometer im Achterwasser von Usedom rudern. Hier ist das Wasser ruhiger, breite Schilfgür-tel säumen die Ufer, Seeadler kreisen über uns, kleine Häfen laden zu Verweilen ein. Hier ist nichts von dem vielen Betrieb in den Kaiserbädern zu spüren. In einem kleinen Privathafen können wir unsere Boote im Wasser lassen. Im Hotel dann eine Überraschung, der Bürger-meister von Usedom, Herr Joche Storrer und der Amtsvorsteher des Amtes Usedom Süd, Herr Schröder, empfangen die Gruppe. Sie überreichen kleine Gastgeschenke und spendieren zwei Flaschen Sekt auf den Erfolg. Sie waren durch die örtliche Presse auf uns aufmerksam gewor-den. Letzter Rudertag wieder mit Rückenwind auf dem Peenestrom und der Wind hebt auch die geringe Strömung der Peene auf erreichen wir nach 260 geruderten Kilometern wieder unsern Ausgangspunkt Anklam wo uns der Vorsitzende des Rudervereins Anklam, der im Oktober sein 100 jähriges Vereinsjubiläum feiern kann. Ein gemeinsames Kaffeetrinken be-endet die Fahrt, dann Boot waschen und laden und zurück ins Quartier nach Usedom. Lange saß man noch zusammen nach einem vorzügliches Abschiedsessen mit Dankesreden an die Fahrtenleiterin, auch Verbandsvorsitzender, Günther Andersen, der mit auf dieser Fahrt war dankte Angelika für ihren Einsatz und er trug sogar noch ein Lied vor. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Eigen blieben noch, um einen Tag am Strand Ahlbeck und Ükeritz zu verbringen. Bis zu 1,5 m waren die Brandungswellen hoch, der Bäderschiffverkehr war eingestellt worden ( sonst kann man mehrmals täglich von den Kaiserbädern per Schiff nach Swinemünde und weiter nach Stettin fahren) und an Rudern wäre gar nicht zu denken gewe-sen. Aber Spaß machte das Bad in der Brandung dann doch. (dhl)
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